30.04.21

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Schutzschirm für Auszubildende wird verlängert und ausgeweitet

Möglichst viele junge Menschen, die vor dem Beginn einer Berufsausbildung stehen oder die sich in einer Ausbildung befinden, sollen diese erfolgreich absolvieren können. Die Bundesregierung hat daher am 17. März 2021 beschlossen, das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ zu verlängern und auf das Ausbildungsjahr 2021/2022 auszuweiten. 

In diesem Jahr stehen für das Bundesprogramm 500 Millionen Euro bereit, für 2022 wurden weitere 200 Millionen Euro reserviert.

Erste Förderrichtlinie: Ausbildungs- und Übernahmeprämien, Zuschuss zur Ausbildungs- und Ausbildervergütung

Die Förderungen im Rahmen der Ersten Förderrichtlinie werden ausgebaut. So werden die Prämien für die Neueinstellung oder Übernahme von Auszubildenden erhöht. Außerdem wird die Förderung ausgeweitet, damit Kurzarbeit vermieden werden kann.

  • Verlängerung der Ausbildungsprämien für das Frühjahr 2021: Die Förderung mit Ausbildungsprämien endet nicht mit dem 15. Februar 2021, sondern wird nahtlos fortgesetzt. Dazu werden die bislang geltenden Fördermöglichkeiten bis zum 31. Mai 2021 verlängert.
  • Erhöhung der Prämien für Ausbildungen, die ab dem 1. Juni 2021 beginnen: Verdoppelung der Ausbildungsprämien (von derzeit 2.000 bzw. 3.000 Euro) auf 4.000 bzw. 6.000 Euro.
  • Erweiterung der Unternehmensgröße bei den Ausbildungsprämien ab dem 1. Juni 2021: Gefördert werden können dann kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeiter*innen (bislang bis zu 249 Mitarbeiter*innen).
  • Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit werden bis Ende 2021 verlängert: Für die Monate ab April 2021 wird zusätzlich die Hälfte der Brutto-Vergütung des Ausbilders übernommen (gedeckelt auf 4.000 Euro, zuzüglich 20 Prozent Sozialversicherungspauschale). Auch hier folgt bei der der Unternehmensgröße eine Erweiterung auf kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeiter*innen (bislang bis zu 249 Mitarbeiter*innen).
  • „Lockdown II-Sonderzuschuss“ für Kleinstunternehmen mit bis zu vier Mitarbeiter*innen: Hierbei handelt es sich um einen einmaligen Zuschuss von 1.000 Euro je Azubi, wenn die Geschäftstätigkeit aufgrund coronabedingter behördlicher Anordnung seit November 2020 oder später eingestellt oder nur in geringem Umfang weitergeführt werden konnte, die Ausbildung aber gleichwohl an mindestens 30 Tagen fortgesetzt wurde (zum Beispiel in Hotels und in der Gastronomie).
  • Verbesserungen bei den Übernahmeprämien sind vorgesehen - die Förderhöhe wird hier auf 6.000 Euro verdoppelt. Außer bei Insolvenz wird auch eine Förderung möglich sein, wenn die Kündigung durch den Ausbildungsbetrieb erfolgt ist oder droht, weil diesem die Fortführung der Ausbildung in Folge der Corona-Krise bis zum Ende nicht mehr möglich oder zumutbar ist.
 

Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen können diese Unterstützungen der Ersten Förderrichtlinie bei den örtlichen Arbeitsagenturen beantragen. Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

Zweite Förderrichtlinie: Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung und Zuschüsse zu Prüfungsvorbereitungen

Auch in der Zweiten Förderrichtlinie sind Veränderungen bei der Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung am 19. April 2021 beschlossen worden. Diese wurden am 30. April 2021 veröffentlicht.

Insbesondere folgende Anpassungen ergeben sich im Vergleich zur bisherigen Fassung der Richtlinie: 

  • Eine Prämie zur Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung wird nun entweder an den Stammausbildungsbetrieb oder an den Interims-Ausbildungsbetrieb / die Überbetriebliche Berufsbildungsstätte (ÜBS) / den Ausbildungsdienstleister gezahlt. Die Antragsberechtigten verständigen sich untereinander, wer von ihnen die Prämie beantragt.
  • Die Prämienhöhe beträgt für jede(n) Auszubildende(n), die/der an der geförderten Auftrags- oder Verbundausbildung teilnimmt, 450 € pro Woche, maximal 8.100 €.
  • Die Mindestdauer der geförderten Auftrags- und Verbundausbildung wird auf vier Wochen gesenkt. Die Auftrags- und Verbundausbildung kann auf mehrere, nicht zusammenhängende Zeiträume aufgeteilt werden. 
 

Zudem wurde der Fördertatbestand Prüfungsvorbereitungslehrgang aufgenommen: Gefördert wird die Teilnahme an Prüfungsvorbereitungslehrgängen für Auszubildende, die im Laufe des Jahres 2021 ganz oder teilweise ihre Abschlussprüfung ablegen wollen. Antragsberechtigt ist hier nur der Stammausbildungsbetrieb.

Mit dem Inkrafttreten der geänderten Zweiten Förderrichtlinie können diese Förderungen ab dem 3. Mai 2021 bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See beantragt werden.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

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