19.08.19Berlin

Warum Berlins Jobmarkt zum Arbeitnehmermarkt geworden ist

Amsinck: "Fachkräfte sind für die Unternehmen heute das Zukunftsthema Nummer eins"

Zum heute vorgestellten Betriebspanel für Berlin erklärt Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB):

„Der Jobmarkt in Berlin ist zu einem Arbeitnehmermarkt geworden. Nirgends in der Bundesrepublik entstehen seit Jahren so viele Arbeitsplätze, nirgends steigen die Löhne so schnell wie in der Hauptstadt. Diese Leistung der Betriebe gilt es stärker zu würdigen.

Fachkräfte sind für die Unternehmen heute das Zukunftsthema Nummer eins. Darüber sollte die momentane Konjunkturschwäche nicht hinwegtäuschen. Mehr als sechs von zehn Betrieben können laut Betriebspanel ihren Bedarf an qualifiziertem Personal nicht decken. Zugleich steigen die Anforderungen an Fachkräfte. Darauf muss sich die Bildungspolitik in Berlin dringend einstellen. Die Unternehmen reagieren und bieten mehr betriebliche Ausbildungsplätze an, investieren in Verbundausbildung und setzen verstärkt auf das duale Studium. Leider bleibt die Suche nach einem talentierten jungen Menschen oft vergeblich - die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze steigt und steigt. Viel zu viele Jungen und Mädchen verlassen die Schule ohne die nötigen Qualifikationen oder gar ohne Abschluss. Von dieser Verantwortung kann sich die Politik nicht freimachen.

Wir halten nichts davon, Teilzeitarbeit in ein falsches Licht zu rücken. Die übergroße Mehrheit der Menschen arbeitet freiwillig kürzer. Oft steht dahinter der Wunsch, Kinder und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Die Voraussetzung für mehr Vollzeit-Arbeit ist eine bessere Betreuungs-Infrastruktur. Hier gibt es in der Hauptstadt noch zu viele Lücken.“

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