07.10.20

"Das Berliner Schulsystem braucht strukturelle Änderungen"

Zum heute vorgelegten Bericht der Expertenkommission zur Schulqualität in Berlin erklärt UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck:

„Der Bericht der Kommission legt gravierende Mängel des Berliner Schulsystems offen. Kein Bundesland gibt so viel Geld pro Schüler aus, schneidet aber in Bildungsvergleichen so schlecht ab.  Dieser Befund ist alarmierend. Er bedeutet: Junge Menschen bleiben in Berlin wegen der mäßigen Bildungsqualität unter ihren Möglichkeiten. Zudem verlässt jedes zwölfte Kind in der Hauptstadt die Schule ohne Abschluss – eine schwere Hypothek für ihr weiteres Leben.

Diese umfassende Analyse der Berliner Bildungslandschaft war überfällig. Wir als Spitzenverband der Wirtschaft haben daran mitgewirkt, weil für uns mehr Qualität und eine stärkere Berufs- und Praxisorientierung in den Schulen unverzichtbar ist. Es geht hier gleichermaßen um die Zukunftschancen der jungen Menschen und die der Betriebe.

Im Einzelnen belegt die Studie, dass das Geld zur Sicherung der Schul- und Unterrichtsqualität weder effektiv noch effizient ausgegeben wird. Es fehlt an leistungsfähigen Strukturen, an Zielvorgaben und an Erfolgsmessungen. Zudem kritisiert sie zu Recht, dass es fatal ist, die Leistungsstandards beim Übergang in die Klasse 11 abzusenken, um möglichst viele Schülerinnen und Schüler zum Abitur zu führen. Ein Manko ist auch die Qualifizierung der Quereinsteiger, die den Lehrermangel lindern sollen. Ausgerechnet hier sind die Universitäten mit ihren Kompetenzen außen vor.

Klar ist: Das Berliner Schulsystem braucht strukturelle Änderungen. Dazu zählen mehr Schulautonomie, eine bessere Unterrichtsqualität, eine Professionalisierung der Schulleitungen und schnellere Fortschritte bei der Digitalisierung der Bildung. Das Ziel ist es, die Ausbildungs- und Studierfähigkeit der Schulabgängerinnen und -abgänger zu erhöhen.“

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